Aus der Praxis - Beispiel 2008

Neu geschaffene Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung bei Starbucks

So begann es....
Im Juli 2007 wandte sich einer der Bereichsleiter der Firma Starbucks mit der Absicht, behinderte Menschen einzustellen, per E-mail an unser Arbeitsassistenz-Projekt. Als dann zwei TeamkollegInnen mit ihm in einer Starbucks-Filiale vor Ort persönlich sprachen, wurde rasch klar: Das ist ernst gemeint, da setzt sich jemand mit diesem Thema wirklich sehr genau und konkret auseinander, um Menschen mit geistiger/kognitiver bzw. Lernbehinderung eine reale Chance auf einen Arbeitsplatz geben. Rasch waren die Rahmenbedingungen wie z.B. mögliche Arbeitszeiten, Tätigkeitsbereiche und allfällige Lohnkostenförderungsmöglichkeiten im Vorfeld abgeklärt. Erfreut und angenehm überrascht erfuhren wir, dass es sich um zusätzliche Jobs handeln sollte. Daher würde eine eventuelle Leistungseinschränkung kein Hindernis sein, außerdem bestehe die Bereitschaft, das Tätigkeitsprofil sozusagen dem jeweiligen Menschen und dessen Stärken und Schwächen anzupassen.

Übers Schnuppern und Arbeitstraining zum Dienstverhältnis
Einige unserer KlientInnen absolvierten daraufhin Schnuppertage und Arbeitstrainings. Zwei davon sind nunmehr seit etwa 1 ½ Jahren in unterschiedlichen Starbucks-Filialen im Rahmen von regulären Dienstverhältnissen tätig, einer davon ein junger Mann mit Lernbehinderung, Herr J; die Andere, Frau B., eine junge Erwachsene mit Down-Syndrom.

Tätigkeitsprofile

Beide KlientInnen arbeiten im Bereich der Lobby. Zu ihren Aufgaben gehört das Abräumen und Abwischen der Tische, die Kontrolle der Milchbar inklusive Nachfüllen, das Einräumen von Tassen und Tellern in den Geschirrspüler sowie das Ausräumen desselben. Im Sommer muss von ihnen auch der Sitzgartenbereich betreut/aufgeräumt werden, während im Winter das Aufwischen der Böden zur Vermeidung von Rutschgefahr zu ihrem Tätigkeitsbereich gehört. Später kam das Sammeln des Mülls und die Bedienung der Müllpresse unter Einhaltung der nötigen Sicherheitsvorkehrungen dazu.

Verlauf und Rahmenbedingungen des gelingenden Integrationsprozesses

Bei beiden jungen Menschen gab es von Anfang an ein Auf und Ab hinsichtlich Einarbeitungsfortschritten und Arbeitsleistung sowie sozialer Integration in der Filiale, wobei die auftretenden Schwierigkeiten jedoch jedes Mal durch die gute Zusammenarbeit aller Beteiligten gut gelöst werden konnten. Durch die Schaffung klarer Strukturen in Form von möglichst regelmäßig wiederkehrenden Tätigkeitsabläufen konnten für die beiden jungen Menschen wichtige Orientierungshilfen geschaffen werden. Zusätzlich wurden interne Mentoring-Systeme installiert bzw. je nach Bedarf auch Jobcoaches eingesetzt. Die Jobcoaches besprachen mit den KlientInnen deren konkreten Arbeitsabläufe – bei Bedarf auch wiederholt, übten mit ihnen, gaben klare Anweisungen und Feedback. Das trug zum Erlangen von mehr Sicherheit bei, sodass allmählich auch eine Erweiterung der Tätigkeitsbereiche möglich wurde. Als sehr hilfreich zeigten sich zudem in regelmäßigen Abständen durchgeführte Gespräche der zuständigen Arbeitsassistentin mit dem/der KlientIn und allen anderen involvierten Personen wie z.B. Vorgesetzten, MentorInnen, KollegInnen und ggfs. Jobcoaches. Diese Gespräche dienten dazu, sich über den jeweils aktuellen Ist-Stand auszutauschen, etwaige Veränderungswünsche anzusprechen und Vorschläge einzubringen.

Danke an alle Beteiligten, insbesondere an die MitarbeiterInnen, Store-ManagerInnen und das Leitungsteam bei Starbucks! Ohne deren engagierte Bemühungen wären die oben genannten Entwicklungen nicht möglich gewesen.

Mitarbeiterinnen von Starbucks